Ernährung bei der koronaren Herzkrankheit

 

Gerade bezüglich der Herz-Kreislauf-Gesundheit kann mit der richtigen Ernährung viel erreicht werden. Denn bei kaum einer Krankheit spielt die Ernährung eine so große Rolle wie bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dabei wirkt sich eine gesunde Ernährung gleich auf mehrere Risikofaktoren aus. So können sich manche Lebensmittel positiv auf die Blutfette und auf den Blutdruck auswirken und dabei helfen, ein gesundes Körpergewicht zu erreichen und zu halten. All diese Faktoren – zu hohe Cholesterinwerte, Bluthochdruck und Übergewicht – stellen nämlich eine Gefahr für das Herz dar. Im Weiteren berichten wir, worauf Patienten mit einer koronaren Herzkrankheit (KHK) bei ihrer Ernährung achten sollten.

 

Viel Obst, Gemüse und Vollkorn können das Herz schützen

Die Patientenleitlinie „Chronische Koronare Herzkrankheit: KHK“ sagt, dass ein gesunder Lebensstil das Wichtigste ist, um Beschwerden der KHK zu lindern und gefährlichen Folgeereignissen wie Herzinfarkt vorzubeugen. Dazu zählt neben regelmäßiger Bewegung und Rauchverzicht eine ausgewogene Ernährung. Hierbei ist es wichtig, Abwechslung in den Speiseplan zu bringen. In der oben erwähnten Patientenleitlinie wird KHK-Patienten empfohlen, viel frisches Obst und Gemüse zu essen. Diese enthalten unter anderem viel Kalium, das sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System auswirkt. Lebensmittel, die viele Ballaststoffe enthalten, sollten ebenfalls bevorzugt verzehrt werden. Zu diesen Lebensmitteln zählen beispielsweise Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte.

 

Fett ist nicht gleich Fett

Fette sollten eher sparsam verzehrt werden. Das bedeutet, dass auf fette Fertigprodukte und fette Süß- und Backwaren nach Möglichkeit verzichtet werden sollte. Statt zu Vollmilchprodukten sollte besser zu fettarmen Milchprodukten gegriffen werden. Für eine fettarme Ernährung eignen sich Dünsten, Dämpfen, Grillen und Garen besonders gut, um die Speisen zuzubereiten. Natürlich kann und sollte nicht komplett auf Fette verzichtet werden. Es ist jedoch wichtig, die „richtigen“ Fette auszuwählen. Generell gilt es, pflanzliche Fette den tierischen Fetten vorzuziehen. Das bedeutet in der Praxis, dass mehr Nüsse (eine Handvoll am Tag, ungesalzen) und Samen und weniger fettes Fleisch (wenn dann besser Geflügel statt rotem Fleisch) gegessen werden sollten. Beim Zubereiten von Speisen wird Rapsöl empfohlen, denn dieses weist von allen Fetten die günstigste Zusammensetzung auf. Günstige Fette sind auch die omega-3-Fettsäuren, die vermehrt in Fischen zu finden sind. Studien haben gezeigt, dass sich diese positiv auf das Herz-Kreislauf-System auswirken können. Aus diesem Grund wird empfohlen, zweimal in der Woche Fisch auf dem Speiseplan stehen zu haben – am besten einmal davon fettreichen Fisch wie Makrele, Hering oder Lachs.

 

Kalorien einsparen

Generell sollten bei der Ernährung auch auf die Kalorien geachtet werden. Denn ein gesundes Körpergewicht wirkt sich nicht nur positiv auf das Wohlbefinden aus, sondern reduziert auch das Risiko für dramatische Folgeereignisse wie Schlaganfall oder Herzinfarkt. Diesbezüglich wird von Süßigkeiten, zuckerhaltigen Getränken, Alkohol und Fruchtsäften abgeraten. Stattdessen sollte viel Wasser und ungesüßter Tee getrunken werden. KHK-Patienten, die abnehmen wollen/sollten, sollten das nicht mit einseitigen Diäten und extremen Fastenkuren tun, da diese das Herz-Kreislauf-System zusätzlich belasten könnten. Stattdessen sollten sie sich ausgewogen und kalorienreduziert ernähren und auf ausreichende Bewegung achten.

Für eine bewusstere und gesündere Ernährung könnte ein Ernährungstagebuch und eventuell das Zählen von Kalorien hilfreich sein. Mit diesen Methoden ist es leichter, die gesetzten Ziele umzusetzen und abzuschätzen, wie gesund man sich tatsächlich ernährt und ob man Gefahr läuft, im Laufe der Jahre überschüssige Pfunde anzusammeln.

 

Zusammengefasst

Um die Beschwerden der KHK zu lindern und das Risiko für dramatische Folgeereignisse zu reduzieren, wird eine fettarme, kaloriengerechte, ballaststoffreiche Ernährung empfohlen. Es gelten folgende Empfehlungen:

  • Viel Obst, Gemüse und Vollkorn
  • Besser Fisch statt Fleisch
  • Rapsöl bevorzugen
  • Wasser und ungesüßten Tee statt zuckerhaltiger Getränke und Säfte